something weird cinema

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WICHTIGER HINWEIS:
Die Webseite von something weird cinema ist umgezogen! Auf filmhauskino.de werden keine Infos mehr eingestellt … alle Filmprogramme und Termine nur noch auf … somethingweirdcinema.wordpress.com !

Seit Dezember 2007 widmet sich die Filmreihe something weird cinema der Kultur des Mitternachtskinos. Aus den dunkelsten Ecken europäischer Filmarchive ans Licht gezerrt, erstrahlen 35mm & 16mm-Filmkopien im neuen Glanz auf der Leinwand: Exploitation- und Trashfilme, Genrekino, Horrorschocker und Splattergranaten, Experimente und Avantgarde. Abseitiges, Schräges und Vergessenes aus den Randbereichen der Filmgeschichte…psychotronisch und bewußtseinserweiternd!

Wundersame Stunden des Glücks jenseits filmischer Norm und gutem Geschmack!

„Wenn das something weird Programm ins Haus flattert, fühlt man sich immer ein bisschen wie am Nikolausmorgen: Was mag da wohl drin sein: Schokolade oder Kohle? Wobei something weird ja sozusagen auch die Poesie der Kohle als Schokolade ist.“ Olaf Möller, Stadtrevue

something weird cinema bei facebook

Seit dem Oktober 2016 ist das Filnmhauskino, der bisherige Spielort von something weird cinema, wegen umfangreicher Sanierungs- und Renovierungsarbeiten auf unbestimmte Zeit geschlossen. Die Filmprogramme von something weird cinema finden zukünftig im Kino des Filmclub 813 statt!

Filmclub 813 e.V.
Kino 813 in der BRÜCKE I Hahnenstraße 6 I 50667 Köln
Tel. (0221) 3106-813
www.filmclub-813.de

Filme von Dominik Graf

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Startschuß für die große Dominik Graf Filmreihe im Filmhauskino! Ab Dezember freuen wir uns eine umfangreiche Filmreihe zu unserem Lieblingsregisseur zu präsentieren.

„Dominik Graf, eine Ausnahmeerscheinung im Film-Fernseh-Betrieb, ist vieles auf einmal – das macht viel von seiner Faszination aus. Manchmal ist er Genrekonfektionär, der sich innerhalb eng abgesteckter TV-Formate listig Freiräume erkämpft und mit seinen Episoden für ‚Der Fahnder‘ oder ‚Tatort‘ deutsche Fernsehgeschichte geschrieben hat; sein einziger kommerzieller Kinoerfolg, DIE KATZE, entwickelte sich gar zu einem veritablen ‚generational text‘. Manchmal ist er Autorenfilmer im Geiste der Nouvelle Vague und des New Hollywood, der mit Meisterwerken wie SPIELER, DER FELSEN oder DAS GELÜBDE für Verstörung sorgte. Und manchmal schreibt er Geschichte, polemisch, wie in DENK ICH AN DEUTSCHLAND – DAS WISPERN IM BERG DER DINGE oder LAWINEN DER ERINNERUNG. So genau trennen allerdings lässt sich eins vom anderen nicht.“ Olaf Möller, Christoph Huber

„Letzten Endes hab ich den Eindruck, dass das, was speziell ich will oder was mir am meisten Freude macht, in seiner Reinheit eben doch nur in der Konfektionsware zu finden ist. Nur da, wo man – allerdings stark in Übereinstimmung mit dem Auftraggeber, die Redakteure wissen schon, was auf sie zukommt, und freuen sich drauf – Schmuggelware hoch zehn durchkriegt. Man muss heute unbedingt provinziell sein. Jede Berührung mit dem Welt- und Festivalkino korrumpiert die Anmut und die Bescheidenheit, die darin liegt, im Verborgenen zu arbeiten.“ Dominik Graf

das Filmprogramm …

Fr, 04. Dezember, 21:00 Uhr: DIE SIEGER und DIE CHORKNABEN (Regie: Robert Aldrich)
Di, 22. Dezember, 20:30 Uhr: ES WERDE STADT! (Kinofassung!)
So, 27. Dezember, 13:00 Uhr: DIE GELIEBTEN SCHWESTERN (Festivalfassung!)

Di, 05. Januar, 19:00 Uhr: DAS ZWEITE GESICHT
So, 10. Januar, 17:00 Uhr: DENK ICH AN DEUTSCHLAND – DAS WISPERN IM BERG DER DINGE und JONAS (Regie: Ottmar Domnick)

Mi, 27. Januar, 21:00 Uhr: DER FELSEN

demnächst :

SPIELER
DER SKORPION (t.b.c.)
LAWINEN DER ERINNERUNG
VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM

DAS GELÜBDE (t.b.c.)
DIE KATZE
WAS HEIßT HIER ENDE?

Die weiteren Spieltermine werden nach und nach ergänzt. Die Filmreihe ist bis Ende April geplant. Bei Fragen kontaktieren Sie uns gerne unter info@filmhauskino.de !

Präsentiert von Filmhauskino Köln. Die Dominik Graf Filmreihe findet mit dankenswerter Unterstützung des Kulturamt der Stadt Köln statt.

STK Kulturamt CMYK

TURBO KID

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turbo kidab 22. Oktober

Regie: François Simard, Anouk Whissell, Yoann-Karl Whissell
NZ/CA 2014, ca. 89 Min., DCP, OmU, FSK 18.

1997 nach der Apokalypse: Ein Waisenjunge findet eine Superheldenausrüstung und kämpft fortan als „Turbo Kid“ zusammen mit einigen Rebellen gegen einen grausamen Wüstenlord, der aus den letzten Menschen kostbares Wasser quetschen will.

„Die gegenwärtige Popkulturlandschaft ist ja nicht gerade arm an 80s-Pastiche-Filmen. Viele davon funktionieren allerdings nicht, da sie die ästhetischen und inhaltlichen Extravaganzen des Fremdschäm-Jahrzehnts nicht ernst genug nehmen. Kinogott sei Dank gibt’s jetzt TURBO KID! Der von drei Frankokanadiern konzipierte und gestemmte retrofuturistische Splatter-Irrsinn kommt zwar auch nicht ohne Augenzwinkern aus, allerdings hätte dieses knatterbunte, untergriffige Postapokalypsen‐Fest so auch damals entstehen können.
TURBO KID ist ein beherzter Nostalgietrip, der die BMX-Entwicklungsromanfantasien der Marke Amblin mit Grand Guignol-artigen Splatter-Einlagen und einem Mad Max-igen Postapokalypsen-Setting verbindet und am Ende doch zu etwas sehr Unverwechselbarem wird.“ Slash Filmfestival Wien

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Tim Burton – SLEEPY HOLLOW

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Sleepy Hollowim Rahmen der Tim Burton-Filmreihe
in Zusammenarbeit mit dem Max-Ernst-Museum Brühl und der Ausstellung „The World of Tim Burton“

SLEEPY HOLLOW
Regie: Tim Burton
USA 1999, 101 Min., DF, 35mm, FSK 16.

In seiner Adaption von Sleepy Hollow, der Schläfrigen Schlucht, setzt Tim Burton den Ermittler Ichabod Crane (Johnny Depp) aus New York auf mehrere mysteriöse Todesfälle an, die sich in dem unscheinbaren Städtchen Sleepy Hollow zugetragen haben. Crane ist ein Mann des Verstandes und der Vernunft und gibt sich an die Aufklärung der Verbrechen mit neuartigen kriminalistischen Methoden. Doch schon bald muss er feststellen, dass in Sleepy Hollow der Wissenschaft schnell Grenzen gesetzt sind; spätestens dann, wenn sich Ichabod Crane dem leibhaftigen Hessen ohne Kopf (Christopher Walken) persönlich gegenüber stehen sieht.

„Aus der klassischen Gruselkurzgeschichte von Washington Irving, die zur Standardlektüre von US-Schülern zählt, hat der exzentrische Filmemacher Tim Burton eine stimmungsvolle Adaption gezaubert, die halb Ausstattungsfilm (dafür gab’s dann sogar einen Oscar) und halb krasses Splattermovie geworden ist. SLEEPY HOLLOW ist perfekt in Szene gesetzt worden und erinnert mit all seinen kleinen Details an die goldene Ära des Gothic-Horrors à la Terence Fisher. Daß sich Burton, der wiederum seine Arbeit mit einer ganzen Palette düsterer Bilder versehen hat, vor den Hammer-Produktionen, die offenbar seine Kindheit geprägt haben, verneigt, wird auch dadurch deutlich, daß es gerade Christopher Lee in einer Nebenrolle als Richter ist, der den genial spielenden Johnny Depp als Ichabod Crane nach Sleepy Hollow schickt.“ Frank Trebbin, Die Angst sitzt neben Dir

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PLANET DER VAMPIRE
Regie: Mario Bava
OT: Terrore nello spazio, Italien/Spanien 196, ca. 90 Min., DF, 35mm, FSK 16.

„Hoffen Sie das alles, was dieser Film zeigt, nie Wirklichkeit wird!“ Zwei Raumschiffe, die ein Notsignal empfangen haben, landen auf dem Planeten Aura. Die Landung wird zur Hölle, denn die unsichtbaren Bewohner Auras bemächtigen sich fremder Körper, um ihren sterbenden Planeten verlassen zukönnen. Von Genre-Maestro Mario Bava äußerst effektiv inszenierter Science-Fiction-Schocker.

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Mittwoch, 19. August – 21.00 Uhr

Tim Burton – CORPSE BRIDE

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Corpse Brideim Rahmen der Tim Burton-Filmreihe
in Zusammenarbeit mit dem Max-Ernst-Museum Brühl und der Ausstellung „The World of Tim Burton“

Regie: Tim Burton
USA 2005, Animationsfilm, 76 Min., DF, 35mm, FSK 6.

Ein Meisterwerk des Puppenfilms, das dank seiner aufwendigen Stop-Motion-Technik lebendiger und plastischer wirkt als die meisten digital entstandenen Animationen.
Der junge, schüchterne Victor van Dort vermasselt die Hochzeitsprobe mit seiner Verlobten Victoria Everglot und flieht daraufhin in den Wald, um den Ablauf der Zeremonie zu üben. Durch einen dummen Zufall verlobt er sich mit Emily, einer wirklich liebreizenden Leiche. Ehe er sich besinnen kann, wird er als vermeintlicher Bräutigam in das Reich der Toten verschleppt und muss jetzt alles daran setzen, die falsche Braut loszuwerden und zu Victoria zurückzukehren.

„Mit COPSE BRIDE ist Tim Burton ein Meisterwerk des Puppenfilms gelungen. Schlicht phänomenal sind seine zum Sterben schönen Sets, die skurrilen Puppen, Pete Kozachiks Kameraführung und Beleuchtung (die die Leichenbraut geradezu glamourös wirken lässt) sowie die feinen Bewegungsabläufe. Ein urkomischer, mit einem grandiosen Soundtrack von Danny Elfman aufwartender Animationsfilm, der mit seinen schaurig-grusligen Szenen auch gehörig anzurühren vermag.“ Xenix Zürich

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Mittwoch, 09. September – 21.00 Uhr

Tim Burton – BEETLEJUICE

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beetlejuice_fotoim Rahmen der Tim Burton-Filmreihe
in Zusammenarbeit mit dem Max-Ernst-Museum Brühl und der Ausstellung „The World of Tim Burton“

Regie: Tim Burton
USA 1988, 92 Min., OV, 35mm, FSK 12.

Eine Parodie einer Horrorkomödie, ein schwarzhumoriges Werk mit ungewöhnlichen fantastisch-bizarren Effekten: Die frischgebackenen Geister Barbara und Adam versuchen die neuen Hausgenossen per Geisterspuk zu vertreiben, als dies ergebnislos bleibt, ruft das Paar den „Bio-Exorzisten“ Beetlejuice, der mit seiner aggressiv-lüsternen Art selbst die Jung-Geister verschreckt…
Beetlejuice gilt als Tim Burtons frühes – und lange verkanntes – expressionistisches Bravourstück, weil es sich dabei nicht um eine Horrorkomödie im eigentlichen Sinn handelt, sondern um eine Parodie derselben, um ein schwarzhumoriges Werk mit für damalige Verhältnisse ungewöhnlichen fantastisch-bizarren Effekten (die Leistungen der MaskenbildnerInnen wurden seinerzeit mit einem Oscar honoriert).

„Was herausgekommen ist, lässt sich nur als Fantasy-Horror-Farce beschreiben mit markanten Anleihen bei den geometrisch-kargen, aber neonbunten Stilmitteln der Achtzigerjahre: Das Jenseits trifft aufs Hier und Jetzt.“ Helmut Merschmann

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Mittwoch, 14. Oktober – 21.00 Uhr

Tim Burton – MARS ATTACKS!

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mars attacks_poster dtim Rahmen der Tim Burton-Filmreihe
in Zusammenarbeit mit dem Max-Ernst-Museum Brühl und der Ausstellung „The World of Tim Burton“

MARS ATTACKS!
Regie: Tim Burton
USA 1996, 106 Min., DF, 35mm, FSK 12.

Eine schwarzhumorige Satire auf das uramerikanische Genre des Katastrophenfilms im Stil der alten B-Movies.
Vom fernen Mars nähern sich Hundertschaften von Ufos der Erde und umstellen den blauen Planeten. Für James Dale, den ziemlich desorientierten Präsidenten der Vereinigten Staaten, ist gar nicht sicher, dass die Besucher Böses im Schilde führen – das reden ihm zumindest sein Pressesprecher sowie der Alien-Experte Donald Kessler ein. Statt der martialischen Methoden, die der cholerische General Decker einsetzen möchte, soll die Gelegenheit für ein gigantisches Volksfest und Medienspektakel genutzt werden. Während sich die Kunde von der Umzingelung der Erde durch Ufos rasend schnell verbreitet, beziehen die Fernseh- und Radiostationen in der Wüste von Nevada Position – in freudiger Erwartung des absolut einmaligen Besuchs. Doch schon kurz nachdem die Erdenbewohner zum Zeichen der Freundschaft eine weisse Taube fliegen lassen, eröffnen die Ausserirdischen, die dieses Ritual als Erstschlag missverstehen, mit ihren überlegenen Waffen das Feuer…

„Mitte der Neunzigerjahre schien die Zeit reif für eine Satire auf das uramerikanische Genre des Katastrophenfilms, und Tim Burton realisierte mit MARS ATTACKS! einen (siebzig Millionen Dollar teuren) Low-Concept-Streifen im Stil der alten B-Movies, der sich über den US-Präsidenten, das Militär und die Medien, aber auch das Genre selbst und nicht zuletzt die im Trend liegende Science-Fiction lustig machen sollte. Entstanden ist eine absolut geniale Demontage des Hollywood-Kinos mit einem Cast vom Feinsten – sozusagen Independence Day auf Camp-Niveau.“ Xenix Zürich

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EARTH VS. THE FLYING SAUCERS
Regie: Fred F. Sears
dt.: Fliegende Untertassen greifen an, USA 1956, ca. 83 Min., OV, 16mm, FSK 12.

Dieser geniale und äußerst unterhaltsame 50s-US Scifi-Trasher ist die direkte Vorlage für Tim Burtons MARS ATTACKS!

„Anyone who’s seen the 1996 science-fiction lampoon Mars Attacks may have trouble watching Earth vs. the Flying Saucers with a straight face. Hugh Marlowe plays scientist Russell Marvin, who is on-hand when an alien spacecraft lands on earth. The saucermen at first insist that they’ve come in peace, but Marvin suspects otherwise. Sure enough, the visitors eventually declare their intention to take over the earth within the next 60 days, adding that the military’s weapons are useless against them. The two-month window gives Marvin and his cohorts plenty of time to build-up superweapon, and thus stave off the seven-saucer invasion force. Special effects maestro Ray Harryhausen does a nice job laying waste to Washington DC in the film’s memorable finale.“ Hal Erickson, New York Times

„Reißerischer, einfältiger Science-Fiction-Film mit effektvollen technischen Tricks. Ein Produkt der UFO-Hysterie, die in den 50er Jahren in Amerika ausbrach.“ Lexikon des internationalen Films

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Mittwoch, 25. November – 21.00 Uhr

Tim Burton – EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN

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edward scherenhänden_poster usim Rahmen der Tim Burton-Filmreihe
in Zusammenarbeit mit dem Max-Ernst-Museum Brühl und der Ausstellung „The World of Tim Burton“

Regie: Tim Burton
OT: Edward Scissorhands, USA 1990, 104 Min., DF, 35mm, FSK 6.

Hoch oben auf einem Schloß in der amerikanischen Provinz lebt ein kauziger Erfinder. Die Krönung seiner Schöpfung ist Edward, ein künstlicher Mensch. Doch anstatt der Hände hat dieser Scheren. Bevor der Erfinder ihm Hände fertigen kann, stirbt er. Edward wird von der Avon-Beraterin Peg gefunden und mit in die Stadt genommen. Anfangs geliebt, wird Edward jedoch bald als Monster abgestempelt und gejagt…

Tim Burtons phantasievoller, meisterhaft inszenierter Film ist Fantasy, Abenteuer, Märchen und Horror zugleich. Der Frankensteinschen Schöpfung nicht unähnlich, wird man auch hier von der Tragik der Hauptfigur in den Bann gezogen. Die Geschichte selbst ist eine weitere romantisierte Variante vom alten Plot des Ungeheuers und der Schönen. EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN fasziniert jedoch mehr auf seiner formalen Ebene, denn hier zeigt der Exzentriker Burton, was es heißt, schräge Mainstream-Unterhaltung zu fertigen. So fehlt es dann auch nicht an überzeichneter Gesellschaftskritik und an schwarzem Humor. Sehenswert sind auch die Special-Make-Up- und Scherenhand-Effekte. Kurzum: „Edward mit den Scherenhänden“ ist kein Horror- oder Monster-Film im üblichen Sinne, sondern ein voller Magie steckendes Märchen für Erwachsene, das von Wehmut über Melodramatik bishin zu witziger Satire die gesamte Bandbreite der Unterhaltung parat hält.

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Mittwoch, 09. Dezember – 21.00 Uhr

Tim Burton – BATMANS RÜCKKEHR

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in Zusammenarbeit mit dem Max-Ernst-Museum Brühl und der Ausstellung „The World of Tim Burton“

Regie: Tim Burton
GB/USA 1992, 126 Min., DF, 35mm, FSK 12.

Im zweiten Teil der Batman-Saga führt der Bürger und Superheld Bruce Wayne (Michael Keaton) seinen Kampf gegen alles Böse und Korrupte wiederum in Gotham City, das deutliche Züge von New York und Fritz Langs Metropolis trägt. Seine gefährlichen Gegenspieler sind diesmal Penguin (Danny DeVito), ein zynischer, tragikomischer Möchtegern-Weltbeherrscher, der mit Flossen statt Händen zur Welt kam und deshalb von seinen Eltern in der Kanalisation ausgesetzt wurde, sowie der mit allen Wassern gewaschene Konzernchef und Machtmensch Max Shreck (Christopher Walken), die sich für eine unheilige Allianz gegen das Gute zusammengetan haben. Mittendrin bewegt sich die farblose Sekretärin Selina Kyle (Michelle Pfeiffer), die als Catwoman zu einem verschärften Vamp mutiert und viel schwarzes Leder und Sex-Appeal in eine opernhafte Inszenierung einbringt.
Tim Burton willigte nur ein, die Regie von BATMAN RETURNS zu übernehmen, weil er verschiedene Figuren des Sequels als schizoide, zutiefst gespaltene Persönlichkeiten ausgestalten konnte, sodass in vielen Fällen die Grenzen zwischen Maskerade und wahrer Identität plötzlich nicht mehr auszumachen sind. Eine gelungene Comic-Verfilmung, die mit einer düsteren Grundstimmung, raffiniertem (winterlich-weihnächtlichem) Dekor, spielfreudigen HauptdarstellerInnen, aber keinem Happy End aufwartet.

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Samstag, 26. Dezember – 21.00 Uhr

ROLLING THUNDER

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Regie: John Flynn
dt.: Der Mann mit der Stahlkralle, USA 1977, ca. 90 Min., 35mm, OF, FSK 18

Film nach einem (leider verwässerten) Drehbuch von Paul Schrader. Nach siebenjähriger Gefangenschaft in Vietnam werden zwei amerikanische Soldaten bei ihrer Heimkehr als Helden gefeiert. Der Major wird kurz darauf Opfer eines Gangsterüberfalls, bei dem Frau und Sohn getötet werden. Er verschweigt sein Wissen der Polizei, um die Verbrecher selber zu stellen. Seine Rache ist fürchterlich.

„Ein blutrünstiger Film, der das Vietnam-Trauma für eine spektakuläre Selbstjustizgeschichte ausschlachtet.“ film-dienst (13/1980)

„…schöner kleiner Film über amerikanische Traumata, und wie diese zusammenhängen mit dem Inbegriff amerikanischer Action, wie sie das Kino uns vermittelt. Dafür sorgen schon die Akteure.“ Fritz Göttler

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Mittwoch, 13. April – 21.00 Uhr

BESONDERS WERTLOS

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besond marketing19. FESTIVAL DES DEUTSCHEN PSYCHOTRONISCHEN FILMS

WICHTIGER HINWEIS:
Die Webseite von „Besonders Wertlos“ ist umgezogen! Auf filmhauskino.de werden keine Infos mehr eingestellt … alle Filmprogramme und Termine des kommenden Festivals nur noch auf … somethingweirdcinema.wordpress.com !

 

Das Festival findet vom Mi, 5. – So, 9. April 2017 im Kino des Filmclub 813 statt. Folgt uns bei Facebook !

BESONDERS WERTLOS findet jährlich seit 1999 statt.
Wir zeigen Abseitiges, Knalliges, Obskures, Schräges und Vergessenes aus den Randbereichen der deutschen Filmgeschichte, Werke, die von der Kritik verkannt oder vom Publikum übersehen wurden, avantgardistisches Kunstkino genauso wie Sex-, Splatter- und St. Pauli-Filme, undergroundige Punk- und Homemade-Werke, Genre- und Independentkino, wie auch deutsche Blockbuster aus einer Zeit, in der es dieses Wort noch nicht gab.
Großartige Schauspieler wie Klaus Kinski oder Raimund Harmstorf und verkannte Regisseure wie Rolf Olsen oder Ernst Theumer geben sich bei uns auf der Leinwand ein Stelldichein.

Austragungsort war bislang das Musische Zentrum der RUB (1999-2000) und das Kino Endstation in Bochum-Langendreer (2001-2012). Von 2013-2016 residierten wir im Filmhauskino Köln. Wegen der Schließung des Filmhauskinos wechseln wir 2017 an einen neuen Veranstaltungsort.
Organisiert wird BESONDERS WERTLOS vom „Institut für Psychotronik“ (Bochum) und „something weird cinema“ (Köln).
Nach vier fulminanten und erfolgreichen Kölner Festivals heißt es auch 2017 wieder: BESONDERS WERTLOS – psychotronisch und bewußtseinserweiternd!

Folgt „Besonders Wertlos“ bei Facebook!

Die kommende 19. Festival-Ausgabe findet vom Mi, 5. – So 9. April 2017 statt!

SPIELORT:
Filmclub 813 e.V.

Kino 813 in der BRÜCKE I Hahnenstraße 6 I 50667 Köln
Tel. (0221) 3106-813
www.filmclub-813.de

DIE SIEGER und DIE CHORKNABEN

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Filme von Dominik Graf #1

Zum Auftakt unserer Dominik Graf Filmreihe zeigen wir ein feistes Double Feature: Graf vs. Aldrich !

sieger (poster dt)DIE SIEGER
Regie: Dominik Graf
Deutschland 1994, ca. 137 Min., 35mm, FSK 16.

Der Düsseldorfer Polizeihauptmeister Karl Simon gehört einem Spezialeinsatzkommando an. Bei einer Auseinandersetzung mit Ganoven flieht einer der Männer. Simon glaubt, seinen Freund Heinz Schaefer wiedererkannt zu haben. Der ehemalige SEK-Kollege hatte vier Jahre zuvor in einer Kurzschlußreaktion sein geistig behindertes Kind getötet und danach angeblich Selbstmord begangen. Simon hat einen schrecklichen Verdacht: Er glaubt, daß Schaefer noch lebt und als V-Mann mit falscher Identität für die Behörden arbeitet. Bei seinen Recherchen kommt er einem Komplott auf die Spur…

„Das Meisterwerk manqué, dem es nicht vergönnt war, jenes Zentralmassiv des internationalen Kinos der 1990er zu werden, als das es sich hätte erweisen können. Es kam zu früh oder zu spät, vielleicht, realiter aber dann doch zur rechten Zeit, wie zuvor schon DIE KATZE, mit dem er auffallend viel gemeinsam hat in seinen Motiven. Wenn DIE KATZE sich gut als letzter Film der Bonner Republik lesen läßt, dann ist DIE SIEGER eine erste Zwischenbilanz dieses neuen Bundesdeutschlands.“ Olaf Möller

„Oft wird DIE SIEGER als deutscher Actionfilm verkauft, dabei steht er eher in der Tradition der Polizeifilme von Lumet und den Mafiafilmen von Damiani. Selten hat Grafs visueller Stil so gut zu einem Sujet gepasst, die unruhigen Kamerafahrten, die hektischen Zooms auf die Figuren, als ob er nach ihnen greifen, ihre Undurchsichtigkeit erfassen wollte. Genre heißt hier im Gegensatz zu vielen deutschen Filmen der 90er auch nicht der Wunsch möglichst amerikanisch auszusehen. Materiell ist der Film tief in der Bundesrepublik verhaftet: den Autobahnen und Raststätten, dem ICE und den Einkaufsmeilen, den Düsseldorfer Reihensiedlungen und den Vorstadtvillen. Hinter dieser materiellen Gegenwart lauern unterirdisch die Gespenster der Vergangenheit, der Terrorismus und sein politischer Mißbrauch.“ Alexander Pfaehler, Eskalierende Träume

Freitag, 04. Dezember – 21 Uhr

 

choirboys (poster us)DIE CHORKNABEN
Regie: Robert Aldrich
OT: The Choirboys, USA 1977, ca. 120 Min., 35mm, FSK 18.

„Einige Tage im Leben und Dienst von Polizisten des US-Staates Kalifornien, die durch die tägliche Konfrontation mit dem Verbrechen so abgestumpft sind, daß sie der Umwelt autoritär, selbstherrlich und zynisch-brutal begegnen. Nach dem Roman eines ehemaligen Polizisten inszeniertes Sittenbild der amerikanischen Gesellschaft, von Hollywood-Veteran Aldrich mit viel Sinn für makabre Schaueffekte und kinowirksame Pointen augenzwinkernd präsentiert.“ Lexikon des internationalen Films

„Robert Aldrich war immer Vertreter eines harten und kompromisslosen Kommerzkinos, bei dem es seiner Meinung nach ’nur darum geht, eine gute Geschichte mit spannenden Charakteren aufregend zu erzählen‘. Das ist allerdings typisches Profi-Understatement. Denn Aldrich erzählte seine Geschichten, wenn er gut drauf war, auf grandios direkte und denoch tiefenwirksame, auf bös-sarkastische ebenso wie auf lakonische Weise, auf manchmal epische Art und denoch eingefleischt pragmatisch und ökonomisch. Sein Lieblingsthema definierte er mit der klassischen Plot-Linie: ‚Geschlagene Männer, die ihre Selbstachtung wieder zurückgewinnen.‘ “ Dominik Graf

Freitag, 04. Dezember – ca. 23:30 Uhr

ES WERDE STADT! 50 JAHRE GRIMME PREIS IN MARL

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es werde stadt (foto)Filme von Dominik Graf #2

Regie: Dominik Graf, Martin Farkas
Deutschland 2014, ca. 147 Min., Blu-ray, FSK n.n..

Köln-Premiere! Wir zeigen ES WERDE STADT! in der 147 minütigen-Kinofassung.

Im Fernsehen wird der Film nur in einer stark gekürzten Fassung ausgestrahlt.

„50 Jahre Grimme-Preis sind der Anlass für den zehnfachen Grimme-Preisträger Dominik Graf und seinen Co-Autor Martin Farkas über das deutsche Fernsehen nachzudenken und den Weg, den es gegangen ist. Marl ist wegen des dortigen Preises der richtige Ort dafür. Und auch, weil die Stadt mit ihrer utopischen 60er-Jahre-Architektur wie ein Zwilling zum Fernsehen gestartet ist. Beide sind in die Jahre gekommen, können aber immer noch ein Bild sein für die Träume und Illusionen einer anderen Gesellschaft und natürlich eines anderen Fernsehens.
Am Anfang des Dokumentarfilms steht die nachdenkliche Feststellung: Was haben wir das Fernsehen einst geliebt! Exemplarisch deutlich wird diese Liebe durch Erinnerungen an frühe Fernseherlebnisse. Mister Ed gehört dazu, Pippi Langstrumpf, Lassie und Graf Zahl aus der „Sesamstraße“, aber auch Sendestörungen und mysteriöses Bildschirmrauschen. Im Hier und Heute wird schnell klar: Das früher so geliebte Fernsehen fühlt sich gedrängt, einen Selbst-Legitimierungskampf zu führen; eine schier endlose Bemühung, die das einstmals ambitionierte Medium ziemlich alt aussehen lässt. Den Moment, an dem sich alles entschieden hat, verorten die Filmemacher im Jahr 1989, einem der bedeutendsten Wendejahre Deutschlands, das nicht nur politisch eine Zäsur markierte, sondern auch das Fernsehen nachhaltig veränderte. Der Essayfilm legt das Fernsehen gleichsam auf die Couch, über der eine Frage schwebt: Warum nur wurde sein Zauber zerstört?“ BR Bayrisches Fernsehen

Dienstag, 22. Dezember – 20:30 Uhr

DIE GELIEBTEN SCHWESTERN

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geliebten schwestern (poster dt)Filme von Dominik Graf #3

Regie: Dominik Graf
Deutschland, Österreich, Schweiz 2014, ca. 171 Min., DCP, FSK 6.

Wir zeigen DIE GELIEBTEN SCHWESTERN in der 171 minütigen-Festivalfassung!

Die Schwestern Caroline von Beulwitz und Charlotte von Lengefeld sind ein Herz und eine Seele – selbst dann noch, als sich beide im Sommer 1788 unsterblich in denselben Mann verlieben, den Schriftsteller Friedrich Schiller. Caroline ist unglücklich verheiratet und sieht in Schiller endlich die ersehnte Liebe, die sie so dringend braucht. Die schüchterne Charlotte hingegen träumt schon lange von einem Gatten. Es beginnt eine Ménage à trois, ein heiter-frivoles Dreiecksverhältnis…

DIE GELIEBTEN SCHWESTERN ist allein schon deshalb ein Meisterwerk, weil Dominik Graf die Geschichte dieser Liebe mit dem Willen erzählt, sich den Serpentinenwegen dieses Gefühlswirrwarrs anzuvertrauen: mit einer Faszination für die Lebensgewohnheiten, den Klang und die Oberflächen jener Epoche und einer am internationalen Kino der 70er Jahre geschulten Modernität. Aber es geht ja noch um mehr: nämlich um die Weimarer Klassik und die Geburt eines emanzipierten Bürgertums.
Die Lengefelds, Schiller und ihr Umfeld leben im Bewusstsein einer Zeitenwende: Ihre Träume von einem sozialen Miteinander, bei dem Gefühle (und Sex) nicht als prinzipiell getrennt vom Gesellschaftsalltag gedacht werden, sondern als etwas Unteilbares, spiegeln die Revolutionsideale wieder, welche sich bald in Frankreich blutig Bahn brechen werden. Das verunsichert die Protagonisten, lässt sie das Projekt Weltumbruch auf die nächste Generation verschieben. Graf versteht diese inneren und äußeren Bewegungen, dieses Begehren und Zaudern, Rasen und Verzagen nur zu gut. Er weiß, dass es genau jenes Stürmen und Drängen manchmal braucht, damit sich die Dinge verändern. Angesichts der Selbstzufriedenheit, Prüderie und Lethargie der Gegenwart wirkt DIE GELIEBTEN SCHWESTERN in seiner heiteren Pracht und lebensweisen Herrlichkeit wie eine Flaschenpost aus einem erstrebenswerten Morgen.“ Stadtrevue 08/2014

Sonntag, 27. Dezember – 13 Uhr

DAS ZWEITE GESICHT

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Filme von Dominik Graf #4

Regie: Dominik Graf
Deutschland 1982, 101 Min., 35mm, FSK 16.

Das Langfilm-Debüt von Dominik Graf: Der weitgehend unbekannte Horrofilm DAS ZWEITE GEISCHT ist sicherlich eine Entdeckung wert, nicht zuletzt, weil wir den Film in einer seltenen 35mm Archivkopie präsentieren!

Ein junger Mann verliebt sich in eine Bibliothekarin, die von unerklärlichen Erinnerungen gequält wird: Eine Frau beging vor Jahrzehnten aus unerfüllter Liebe Selbstmord. Als sie das Haus finden, in dem sich die Tat ereignete, werden sie in einen Strudel von Angstvisionen und Dejá-vus gerissen, der zur Katastrophe führt.

„Ein bundesdeutscher Film über das Weltkino und die neurotische Liebe zu den Vorbildern: So liest sich Dominik Grafs Langfilmdebüt, das, wie es sich für diese Spezies gehört, vollgestopf ist mit allem, was ihn in den kommenden Dekaden umtreiben wird. Die Geschichte ist so schlicht wie perfide: Ein junger Mann und seine Desiderata verlieben sich weniger ineinander als in die Vorstellung davon, wer, was und wie sie einmal hätten gewesen sein können – er ein Herzensbrecher, sie seine im Suizid verendete Verlassene. Vielleicht ist es aber auch so: Die Vergangenheit greift nach den beiden, nimmt Besitz von ihnen, bis er am Ende sie ermorden muss, damit sich ihrer beiden Schicksale als Täter und Opfer erfüllen – einer Frau von heute nämlich kann man nicht mehr das Herz brechen, man muss schon selber Hand anlegen, wenn man sie tot sehen will.“ Werkstattkino München

„Anfang der 1980er Jahre sah Dominik Graf seine Zukunft noch als Autorenfilmer. So schrieb er für seinen ersten Kinofilm DAS ZWEITE GESICHT auch das Drehbuch und die Musik. Mit dem Ergebnis war er dann allerdings überhaupt nicht zufrieden. Bis heute hält Graf selbst den Film für misslungen. ‚Er ist zu selbstverliebt und zu langsam‘. Zeitgenössische Kritiker fällten wesentlich positivere Urteile als der Regisseur, den Urs Jenny im Spiegel gar als einen ‚frühreifen Virtuosen‘ mit ‚großer Kunstfertigkeit‘ bezeichnete. Das mag vielleicht übertrieben gewesen sein, dennoch ist der heute weitgehend unbekannte subtile Horrorfilm zum Thema Wiedergeburt auch wegen seiner ganz speziellen 1980er-Jahre-Atmosphäre, die ihn in die Nähe von Kultfilmen wie DIVA von Jean-Jacques Beineix rückt, sicherlich eine der Entdeckungen, die man in Grafs Werk machen kann.“ Zeughauskino Berlin

Dienstag, 05. Januar – 19 Uhr

DAS WISPERN IM BERG DER DINGE und JONAS

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Filme von Dominik Graf #5

DENK ICH AN DEUTSCHLAND – DAS WISPERN IM BERG DER DINGE
Regie: Dominik Graf & Michael Althen
Deutschland 1997, ca. 59 Min., DVD, FSK 0.

„Zusammen mit Michael Althen, dem ehemaligen Redakteur der Süddeutschen und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der 2011 verstorben ist, hat Dominik Graf zwei Filme gemacht: MÜNCHEN – GEHEIMNISSE EINER STADT sowie DAS WISPERN IM BERG DER DINGE, der 1999 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet worden ist. Der Film ist eine Hommage an Grafs Vater Robert, der in der Nachkriegszeit zu den besten modernen Schauspielern in Deutschland zählte, und zwar sowohl auf der Theaterbühne als auch in Film und Fernsehen, der aber 1966 mit nur 42 Jahren an den Spätfolgen einer Kriegsverletzung starb. Unvergesslich beispielsweise seine Darstellung des Bruno Tiches in Kurt Hoffmanns WIR WUNDERKINDER (1958) oder sein Auftritt als gleichnamige Hauptfigur in dem experimentellen, ohne direkten Dialog operierenden Film JONAS (1957). Es war Althen, der Graf diesen Film seines Vaters nähergebracht hat; in DAS WISPERN… wird er sowohl am Anfang als auch am Ende zitiert und erfüllt daher die Funktion eines Rahmens. Zu Beginn sehen wir Dominik Graf, wie er eine Szene, in der sich sein Vater als ‚Jonas‘ vor einem Spiegel rasiert, identisch nachstellt. Später im Film betont er, dass es ein Knackpunkt für ihn gewesen sei, als er ein Alter erreicht hatte (44 zur Drehzeit), das ihn älter machte als sein Vater jemals gewesen war. DAS WIPSERN… ist ein anrührender Versuch des väterlichen Blicks auf den Vater, aber auch eine Stiluntersuchung deutscher Nachkriegsschauspielkunst.“ Zeughauskino

Sonntag, 10. Januar – 17 Uhr

 

JONAS
Regie: Ottomar Domnick
Deutscvhland 1957, ca. 84 Min., 35mm, FSK 16

Die Geschichte eines Einzelgängers und Durchschnittsmenschen im Irrgarten der modernen Großstadt, gefangen zwischen den traumatischen Nachwirkungen des Krieges und der empfundenen Kälte in der jungen Bundesrepublik.
JONAS nimmt formell und inhaltlich Einiges von dem vorweg, was Jahre später den Neuen Deutschen Film prägen sollte. Der Film erhielt teilweise hervorragende Kritiken und fand auch sein Publikum an den Kinokassen. Domnicks weiteres filmisches Schaffen hingegen wurde wenig beachtet und auch JONAS wurde weitgehend vergessen. Bis heute ist der Film wenig bekannt und findet als Vorläufer des Neuen Deutschen Films zu Unrecht selten Erwähnung.

„JONAS wird in die Filmgeschichte eingehen – als der mutigste, einsamste, und unwiederholbarste deutsche Film unserer Tage. Kein anderer deutscher Film seit Jahr und Tag verfügt über ähnliche Bildkunst.“ Gunter Groll, Süddeutsche Zeitung 1957

„JONAS zeigt ein Stuttgart des Jahres 1957, das so nah an Michelangelo Antonionis späteren italienischen Stadtbildern ist, wie es dieser Stadt eben möglich war. Denn Domnick und sein Kameramann Andor von Barsy fingen die gähnende Leere dieser Nachkriegsmoderne ein, und auch wenn der Film dabei die Einsamkeit, Entfremdung und Unbehaustheit des Menschen etwas forcierte, lebt JONAS eben doch von einem poetischen, fast zärtlichen Blick auf die Kehrseite des Wirtschaftswunders, der aus heutiger Sicht fast unverstellt wirkt.“ Michael Althen, FAZ 2010

Sonntag, 10. Januar – ca. 18 Uhr

DER FELSEN

Standard

Filme von Dominik Graf #6

Regie: Dominik Graf
Deutschland 2002, ca. 122 Min., 35mm, FSK 16.

„Der ‚Frauenurlaubskrisenfilm‘ DER FELSEN, Grafs erster Kinospielfilm nach DIE SIEGER, in dem er die von Karoline Eichhorn gespielte Katrin ‚in diese Mischung aus Natur und Ballermannstimmung‘ (Graf) auf Korsika entließ, war ein Experiment, in dem eine digitale Touristenkamera mit einer teils artifiziellen Tonspur gekoppelt wurde. Der Film kam daher als ‚eine Art Ferienvideo mit Orchesterbegleitung und einem bereits eingesprochenen Audiokommentar‘ (Graf), war ein kinematografischer Zwitter, der auf der Berlinale, wo er im Wettbewerb lief, seine Gespaltenheit auf Publikum und Kritik übertrug. ‚Die Heftigkeit der Aggression, die uns entgegenschlug, hat mich überrascht‘, gestand Graf mit etwas Abstand im Jahr 2002. Den weitschweifigen, vielstimmigen und allwissenden Off-Kommentar hatte Graf genauso aus MÜNCHEN – GEHEIMNISSE EINER STADT übernommen wie die an Chris Markers LA JETÉE erinnernde Fotofilmtechnik sowie die Erzählmethode, einzelne Objekte zu verfolgen, um die Geschichten ihrer wechselnden Besitzer kennenzulernen. Dafür digitale Videotechnik zu verwenden ohne alle Dogma-Kriterien einzuhalten, erwies sich als hochexplosive Mischung, deren Zustandekommen sich kurzfristig ergeben hatte, als drei Wochen vor Drehbeginn klar geworden war, dass das Budget die Arbeit mit Filmmaterial nicht zulassen würde. Man hat fast den Eindruck, das sei Graf sogar gelegen gekommen: ‚Wir hatten schon bei DER SKORPION unser Drehteam auf einen Rumpf von knapp zehn Leuten reduziert. DER FELSEN war dahin gehend die konsequente Weiterführung. Und die Arbeit mit DV war wirklich ein Akt der Befreiung‘ (Graf).“ Zeughauskino

Mittwoch, 27. Januar – 21 Uhr