BESONDERS WERTLOS

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18. FESTIVAL DES DEUTSCHEN PSYCHOTRONISCHEN FILMS

Das Filmhauskino Köln freut sich erneut das „BESONDERS WERTLOS – Festival des deutschen psychotronischen Films“ mit der mittlerweile 18. Ausgabe begrüßen zu können. Fünf Tage wilde Welten auf Zelluloid und ein breites Panorama psychotronischen Filmschaffens der vergangenen Jahrzehnte. BESONDERS WERTLOS – psychotronisch und bewußtseinserweiternd!!

Das Filmprogramm…

Mittwoch, 2. März
20:00 UhrCINEMA PERVERSO – DIE WUNDERBARE UND KAPUTTE WELT DES BAHNHOFSKINOS inkl. unveröffentlichtes Bonusmaterial (Gast: Regisseur Oliver Schwehm)
22:30 Uhr I WER STIRBT SCHON GERNE UNTER PALMEN

Donnerstag, 3. März
18:00 Uhr I SIEBEN TAGE FRIST
20:00 Uhr I ASPHALTNACHT (Gast: Produzent Michael Wiedemann)
22:00 Uhr I DIE ERBEN
00:00 Uhr I OBSZÖN – DER FALL PETER HERZL

Freitag, 4. März
18:00 Uhr I SÜNDIGE GRENZE
20:00 Uhr I Film-Abend mit Schauspieler Erwin Leder und einem sensationellen Überraschungsfilm!
22:15 Uhr I Double Feature: GRAF PORNO UND SEINE MÄDCHEN und DIE GESCHICHTE DES GRAFEN PORNO VON GAILSBERG (Gast: Regisseur Sadi Kantürk)
00:00 Uhr I SHOCKING ASIA

Samstag, 5. März
17:00 Uhr I DER PFARRER VON ST. PAULI
19:00 Uhr I Filmemacher Dennis Klose und Daniel Flügger präsentieren ihre explosivsten HOMEMADE HANDGRANATEN
21:15 Uhr I BRENNENDE LANGEWEILE (Gast: Regisseur Wolfgang Büld)
anschließend: Live Konzert THE OKAY-MEN … Moped Surf aus Köln!

Sonntag, 6. März
15:00 Uhr I VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM (Gäste: Co-Regisseur Johannes Sievert, Doku-Protagonisten Wolfgang Büld und Rainer Knepperges)
17:30 Uhr I GIB GAS – ICH WILL SPASS (Gast: Regisseur Wolfgang Büld)
19:30 Uhr I DER VIDEOPIRAT (Gast: Dennis Kortmann, Videoklub K)
21:30 Uhr I IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE

Ticket-Preise:
alle Vorstellungen 7,– € (normal) 6,– € (ermäßigt)
Fünfer-Ticket 25,– € (also fünf Filme zum unschlagbaren Preis von 5,– € / mehrere Besucher können auf ein Ticket = genial!)
Festivalticket (nicht übertragbar): 50,– €

Karten reservieren

Folgt „Besonders Wertlos“ bei Facebook!
Zur Filmreihe „something weird cinema“ geht’s hier lang

DAS FESTIVAL…

BESONDERS WERTLOS findet jährlich seit 1999 statt.
Wir zeigen Abseitiges, Knalliges, Obskures, Schräges und Vergessenes aus den Randbereichen der deutschen Filmgeschichte, Werke, die von der Kritik verkannt oder vom Publikum übersehen wurden, avantgardistisches Kunstkino genauso wie Sex-, Splatter- und St. Pauli-Filme, undergroundige Punk- und Homemade-Werke, Genre- und Independentkino, wie auch deutsche Blockbuster aus einer Zeit, in der es dieses Wort noch nicht gab.
Großartige Schauspieler wie Klaus Kinski oder Raimund Harmstorf und verkannte Regisseure wie Rolf Olsen oder Ernst Theumer geben sich bei uns auf der Leinwand ein Stelldichein.

Austragungsort war bislang das Kino Endstation in Bochum-Langendreer. Seit 2013 residieren wir im Filmhauskino Köln. Organisiert wird BESONDERS WERTLOS vom „Institut für Psychotronik“ (Bochum) und „something weird cinema“ (Köln).
Nach drei fulminanten und erfolgreichen Festivals heißt es auch 2016 wieder für Köln: BESONDERS WERTLOS – psychotronisch und bewußtseinserweiternd!

 

Mit dankenswerter Unterstützung von Fritz Kola und Früh Kölsch.logo fritz kolalogo früh

 

Die Filmprogramme von BESONDERS WERTLOS finden teilweise mit dankenswerter Unterstützung des Kulturamt der Stadt Köln statt.STK Kulturamt CMYK


CINEMA PERVERSO

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Regie: Oliver Schwehm
Deutschland 2015, ca. 60 Min., HD
plus unveröffentlichtes Bonusmaterial (ca. 50 Min.)

Zu Gast: Regisseur Oliver Schwehm

Die bahnbrechende Dokumentation über den Aufstieg und Fall der deutschen Bahnhofskinos, präsentiert von Regisseur Oliver Schwehm, der auch exklusives Bonusmaterial mitbringt!

Vor knapp 10 Jahren huldigten die beiden Movie-Aficionados Quentin Tarantino und Robert Rodriguez dem sog. Grindhouse-Kino der 70er-Jahre und setzten ihm mit dem Double-Feature GRINDHOUSE (2007) ein Denkmal. Grindhouses nannte man in den USA Kinos, die abgenudelte B-Movies, meist im 2er-Verbund, für ’n günstiges Eintritts-Ticket rund um die Uhr zeigten. Meist handelte es sich um Filme, die auf schnelle Oberflächenreize wie Sex & Gewalt abzielten. Daher passte auch die Bezeichnung „Grindhouse“ in doppeltem Sinne: Zum einen weil es cineastisch oft eine Fleischbeschau (Sex) gab und weil Menschen und menschenähnliche Wesen filmgerecht zerstückelt und abgeschlachtet (Gewalt) wurden. Und zum anderen weil diese Kinos geografisch in den sog. Meat-Packing-Districts, also den Vierteln, in denen Fleischverarbeitungsfabriken lagen, angesiedelt waren.
In Deutschland hatte man zur gleichen Zeit ebenfalls diese Idee, nur ging man hierzulande etwas pragmatischer vor und überlegte sich, wo die Menschen am meisten Zeit totschlagen müssen? In Bahnhöfen natürlich! Schon damals war die DB oftmals unpünktlich, hatte Zugausfälle oder der Fahrgast musste Stunden auf seine Anschlussfahrt warten. Und so enstanden jene berühmt berüchtigten Bahnhofskinos.
Diesem Phänomen widmet sich endlich die Doku CINEMA PERVERSO DIE WUNDERBARE UND KAPUTTE WELT DES BAHNHOFSKINOS von Oliver Schwehm. Es kommen qualifizierte Zeitzeugen wie z.B. Jörg Buttgereit, Kai Nowak und Christian Anders zu Wort, und zwischendurch gibt es eine Fülle von seltenen Film- und Trailer-Schnipseln, die einem den Mund wässerig machen und man Hunger auf mehr schmuddeligen Schmier bekommt… welcher dann im Anschluss dem gewillten Zuschauer auch kredenzt wird!

Nach der CINEMA PERVERSO Vorführung und dem Filmgespräch gibt es noch zwei Bonusfeatures, welche uns Regisseur Oliver Schwehm persönlich und exklusiv für BESONDERS WERTLOS zu seinem Auftritt mitbringt!

ZUSTÄNDIG: BAHNHOFSWACHE ZOO
SFB, Ausstrahlung vom 24.12.1976, ca. 45min
Die Dokumentation vermittelt einen ungeschminkten Eindruck über den Zustand von Bahnhöfen und Bahnhofsvierteln zur Hochzeit des deutschen Bahnhofskinos. Speziell für die Gäste, welche Bahnhöfe nur in ihrer jetzigen, sterilen Form als eine cleane Variante von Shopping Malls mit Douglas-Parfumerien und Starbucks-Cafés kennen, wird dieser klassische TV-Beitrag, der zwei Jahre vor der Veröffentlichung von CHRISTIANE F. an Originalschauplätzen entstand, ein echter Augenöffner sein. Statt adrett gewandeter Verkäuferinnen mit einem festgefrorenem, unverbindlichem Dauergrinsen im Gesicht und martialisch gepimpter SWAT-Security gab es Dealer und Junkies, Nutten und Zuhälter, Hehler und Diebe zuhauf – und natürlich die nette Dame, die einem die Eintittskarte zu DIE TODESGÖTTIN DES LIEBESCAMPS verkaufte. Nach 40 Jahren aus der Versenkung eines öffentlich-rechtlichen Magnetbandgrabes ausgegraben und zum ersten Mal überhaupt im Kino zu sehen – einmalig bei uns!

AKI’S LAST SHOW
Regie: Stephan Holl, Deutschland 2016, ca. 5 Min.
Als Super-Special zeigen wir im Anschluss die Kurzdoku AKI’S LAST SHOW von Stephan Holl, ein fünfminütiger Abgesang auf eines der letzten Bahnhofskinos der Bundesrepublik – in ihrer Weltpremiere. Exklusiver geht es nicht…

Mittwoch, 02. März – 20.00 Uhr

WER STIRBT SCHON GERNE UNTER PALMEN

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Regie: Alfred Vohrer
Deutschland 1974, ca. 84 Min., 35mm, FSK 16
Mit Thomas Hunter, Maria Gudy, Sieghardt Rupp, Dieter Eppler u.a.

Genrekino-Großmeister Alfred Vohrer pumpt diese Konsalik-Verfilmung (!) mit einem guten Schuß Sex, Crime & Sleaze auf. Bahnhofskino-Odorama im Anschluß an die CINEMA PERVERSO Doku!

Auf Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, wird der reiche Plantagenbesitzer Pinaud brutal ermordet. Seine attraktive deutsche Frau Anne wird der Tat verdächtigt und von Inspektor Cerdan verhaftet. Er soll sie nach Colombo bringen. Doch das Flugzeug auf dem Weg dorthin gerät in einen schweren Sturm und stürzt wenig später ab. Anne Pinaud und Cerdan überleben als einzige der Besatzung und retten sich auf eine einsame Insel. Dort stoßen sie auf Werner Becker, der mit seiner Yacht Schiffbruch erlitten hat und hier ebenfalls gestrandet ist.

Mittwoch, 02. März – 22.30 Uhr

SIEBEN TAGE FRIST

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Regie: Alfred Vohrer
Deutschland 1969, ca. 97 Min., 35mm, FSK 16
Mit Joachim Fuchsberger, Horst Tappert u.a
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Nach dem sensationellen Run von 14 Edgar-Wallace-Verfilmungen, die Alfred Vohrer für Horst Wendlandts Produktionsgesellschaft Rialto drehte (darunter Klassiker wie DIE TOTEN AUGEN VON LONDON, DER HEXER und DER ZINKER), wechselte er zu Luggi Waldleitners Roxy-Film. Bei diesem Neuanfang begleitete ihn Joachim Fuchsberger, der Star zahlreicher Wallace-Vehikel.
Mit Blacky in der Hauptrolle inszenierte er als erstes die SIEBEN TAGE FRIST, welcher sich deutlich von seinen letzten Filmen für die Rialto abhob. Es handelt sich zwar auch um einen mysteriösen Krimi, doch stellte Vohrers Inszenierung diesmal, der literarischen Vorlage von Paul Henricks entsprechend, nicht so sehr grelle Pulpelemente in den Vordergrund, sondern schuf einen faszinierend-verstörenden Thriller von komplexer Vielschichtigkeit. Langsam aber sicher, seziert Vohrer die Umstände einer rätselhaften Mordserie und dringt Schicht um Schicht in eine unbequeme Vergangenheit ein, in der sich die Lösung des Falles verbirgt. Der nächste Film, den Vohrer für Roxy drehte, war übrigens der „Besonders Wertlos“-Publikumsliebling PERRAK.

„Ob ein Film erfolgreich ist oder nicht, entscheidet sich für meine Begriffe an der Kinokasse – egal ob er künstlerisch wertvoll ist oder ob er künstlerisch nicht wertvoll ist.“ (Alfred Vohrer)

Donnerstag, 03. März – 18.00 Uhr

ASPHALTNACHT

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Regie: Peter Fratzscher
Deutschland 1980, ca. 90 Min., 35mm, FSK 16
Mit Thomas Davis, Gerd Udo Heinemann, Ralf Hermann u.a.

Zu Gast: Produzent Michael Wiedemann

Ein vergessener Schlüsselfilm der Berliner Punkszene, endlich wieder auf der großen Leinwand!

Der melancholische Rockveteran Angel trifft auf den jungen Johnny und begibt sich mit ihm auf einen Trip durch eine Berliner Nacht der gerade anbrechenden Achtziger. Die Metropole und ihre Bewohner sind von dem kulturellen Umbruch vom klassischen Rock zum Punk gezeichnet, der sich unterhalb des Discomainstreams vollzieht, wie er in den angesagten Läden, Studios und Radiosendern zu Tage tritt. Sie treffen bei ihrer Odyssee auf Discomäuschen und Punks, Rocker und Stripperinnen, Manager und Groupies, Produzenten und Studiomusiker, Saxophonisten und Organisten, und so wird ihre Reise durch die Nacht auch zu einer Reise durch die Geschichte des Rock, der niemals stillsteht sich immer organisch seinen gegenwärtigen Umständen anzupassen weiß. Auch für Angel und Johnny gibt es keinen Stillstand, und so driften und rasen sie durch das dunkle Berlin, was wie keine andere Stadt Anfang der Eighties für gesellschaftlichen wie musikalischen Umbruch stand.
Peter Fratschers ASPHALTNACHT wurde nach seiner Ausstrahlung 1980 im ZDF zu einem Kultfilm, um den sich rasch Legenden rankten, da dem Publikum ja noch keine Aufzeichnungsgeräte zur Verfügung standen. Wer ihn verpasst hatte, konnte ihn sich jahrelang nur erzählen lassen, es sei denn er bekam ihn in einer der wenigen Kinovorstellungen bei dem kleinen Start ein Jahr später zu sehen, oder auf den Filmfestivals von Chicago, Toronto und Helsinki. Soweit uns bekannt, gab es auch kein offizielles Release auf Video, DVD oder BluRay. Eine Rarität auf der Leinwand – wo sie hingehört. Rock’n’Roll!

Donnerstag, 03. März – 20.00 Uhr

DIE ERBEN

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Regie: Walter Bannert
Österreich 1982, ca. 97 Min., 35mm, FSK 16

Die Verführbarkeit junger Menschen durch die Ideologien faschistoider Wehrsportgruppen im Wien der 80er Jahre, eindringlich dargestellt in einem völlig zu Unrecht unbekannten Actionthriller aus Österreich.

Obwohl die Jugendlichen Thomas und Charly aus völlig unterschiedlichen sozialen Schichten stammen, leiden beide unter ihrem Elternhaus. Während Thomas‘ Familienoberhäupter nur ihren Ruf und die Karriere des Sohnes im Kopf haben, geht’s bei Charly ordentlich rund: Der Vater ist ständig besoffen und gewalttätig und der Rest der Familie bumst seine Schwester. In der Schule stoßen die Jungs auch nur auf Ablehnung und so verschlägt es sie in die Fänge eines rechtsradikalen Jugendclubs. Dort erfahren sie Kameradschaft und Geborgenheit. Aber im Gegenzug werden ihnen dafür stumpfe nationalsozialistische Parolen eingebläut und später sogar der paramilitärische Kampf an der Waffe beigebracht, um den Reden auch Taten folgen zu lassen. Mit fatalen Folgen…
Als Walter Bannerts Film DIE ERBEN im November 1983 in den deutschen Kinos anlaufen sollte, kam es zu massiven Protesten seitens rechtsradikaler Organisationen. Die von Neo-Nazi Michael Kühnen durchgeführte Störaktion einer laufenden Vorführung war noch das Harmloseste. Kinobetreiber erhielten Bomben- und/oder Mord-Drohungen, ein Kino in Mannheim wurde sogar komplett niedergebrannt. Mehr als 30 Jahre später sieht es kaum anders aus. Anstatt Kinos brennen heute Flüchtlingsunterkünfte, der besorgte Pegida-Wutbürger stellt wöchentlich seine fremdenfeindliche Fratze zur Schau und Neo-Nazi-Mobs patroulieren durch die Straßen, um die deutsche Frau vorm notgeilen Asylanten zu schützen. Ein mehr als passender Zeitpunkt für BESONDERS WERTLOS, diesen Film aus der Gefahren-Zone zu bergen und auf die Leinwand zu projezieren. Bislang ist DIE ERBEN offiziell nur auf VHS erhältlich. Da der Film aber auch scheinbar aufgrund einiger exploitativer Szenen einen gewissen homoerotisch angehauchten Nazi-Fetisch bedient, kursiert im Internet ein englisch-untertitelter VHS-Rip auf DVD-R, der auf diversen Plattformen zu Mondpreisen angeboten wird. Eine seltene Gelegenheit also, den Film einmal im Kino zu erleben – und das zu einem unschlagbaren Preis!

Donnerstag, 03. März – 22.00 Uhr

OBSZÖN – DER FALL PETER HERZL

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Regie: Hans-Christof Stenzel
Österreich/Deutschland 1981, ca. 90 Min., 35mm, FSK 16
Mit Volker Spengler, Lydia Kreibohm, Hanno Pöschl u.a.

DER oesterreichische Skandalfilm der 80er. Selten wurden Tabubrüche so lustvoll inszeniert, selten war Wien so anarchistisch – und so böse…

Peter Herzl, ein Sozialarbeiter aus Wuppertal, gerät durch die Verkettung schlimmer Zufälle bei der Heimkehr von einem Jugoslawienurlaub ins Visier einer internationalen Terroristenfahndung. Er taucht bei einer Wiener Hure unter, und gerät von kriminellen Verstrickungen in ein Netz neurotischer und inzestuöser Fallen. Nun sind neben der Staatsmacht auch noch die Frauen und eine Bande brutaler Zuhälter hinter ihm her…
OBSZÖN ist ein wahres Monstrum von einem Film. Der anarchische Humor schlägt Kobolz, bis einem das dreckige Lachen in der wunden Kehle stecken bleibt. Selten war das Wiener Kino so gut und so böse. Das einzige uns bekannte Beispiel eines Films, der in Deutschland regional verboten wurde, in Baden Württemberg darf der Film bis heute nicht aufgeführt werden. Und wenn man in diesen beispiellosen Sumpf aus Menschenhandel, Korruption, Mutter-Tochter-Inzest, SM, schwarzen Messen und Terrorismus eintaucht, wundert einen solches kein bischen.

„In Wien wird man Zuhälter oder Polizist. Manchmal beides.“

Donnerstag, 03. März – 00.00 Uhr

SÜNDIGE GRENZE

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Regie: Robert A. Stemmle
Deutschland 1951, ca. 85 Min., 35mm, FSK 16
Mit Dieter Borsche, Inge Egger, Peter Mosbacher u.a.

Realistischer, harter Krimi um jugendliche Schmugglerbanden im Nachkriegsdeutschland. Außergewöhnlicher Beitrag des bundesdeutschen Kinos der 50er Jahre.

Die sechzehnjährige Marianne und ihr kleiner Bruder Heinz gehören zu den Rabatzern, einer Bande von einigen hundert minderjährigen Schmugglern, die zur Nachkriegszeit im Dreiländereck Belgien-Niederlande-Deutschland operieren. Marianne ist in Krapp verliebt, den gewissenlosen Anführer der Bande, dessen kaltschnäuzige Rechnung bisher immer aufging: Wenn hundert Bälger mit Zigaretten, Kaffee oder Drogen im Gepäck über die Grenze toben, schnappen die Zöllner höchstens zehn. Doch Marianne hat als rechte Hand Krapps einen schweren Stand, und ihre Situation wird immer brenzliger. Krapp wird übermütig, die Zöllner lernen dazu, ihr Bruder wird geschnappt. Und schließlich droht ihr Gefahr aus den eigenen Reihen, denn auch ihre Konkurrentin Cilly verliebt sich in den brutalen Chef der Bande…
Stemmles harter Film, der in eine trostlose Welt aus verlassenen Bunkern, Stacheldraht und Panzersperren entführt, zeigt manipulierte Kinder, die mit einem scheinbaren Abenteuerspiel geködert werden, was sie schnell zu gesuchten und gehetzten Kriminellen macht. Auch das von den Produzenten erzwungene Happy Ending, welches den ansonsten neorealistischen Vorbildern verpflichteten Film in die Nähe des Kolportage-Mainstreams führt, nimmt dem Film nichts von seiner Kraft und Faszination. Eine Wiederentdeckung, die längst überfällig war.

Freitag, 04. März – 18.00 Uhr

Film-Abend mit Erwin Leder

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Leder1-PRZu Gast: Schauspieler Erwin Leder

Wir freuen uns, dass Ausnahme-Schauspieler Erwin Leder beim „18. Besonders Wertlos Festival“ einen sensationelle Überraschungsfilm präsentieren wird. Kommt alle !

 

Freitag, 04. März – 20.00 Uhr

GRAF PORNO Double Feature

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Regisseur Sadi Kantürk präsentiert seine Dokumentation über die Pionierarbeit des deutschen Sexfilms sowie den ersten Teil der populären „Graf Porno“-Sexploitation-Filmreihe: GRAF PORNO UND SEINE MÄDCHEN.

DIE GESCHICHTE DES GRAFEN PORNO VON GAILSBERG
Regie: Sadi Kantürk
Deutschland 2015, ca. 20 Min., HD
Mit Rinaldo Talamonti, Günter Hendel, Sissy Engl u.a.

Zu Gast: Regisseur Sadi Kantürk

In dieser Weltpremiere sehen sie erstmals die ganze Geschichte hinter der Entstehung der Graf Porno Filme. Regisseur Günter Hendel, die Schauspieler Rinaldo Talamonti und Sissy Engl sowie Kameramann Atze Glanert erzählen von den skandalumwobenen Dreharbeiten zu GRAF PORNO UND SEINE MÄDCHEN und GRAF PORNO UND DIE LIEBESDURSTIGEN TÖCHTER. Nachdem wir vor einigen Jahren SEX BUSINESS – MADE IN PASING gezeigt haben, der während der Dreharbeiten zum zweiten Graf Porno Film entstand, wird in dieser humorvollen Dokumentation nun die andere Seite der Geschehnisse beleuchtet. Im Anschluß zeigen wir den ersten Teil der legendären Serie, ein Pionierwerk des deutschen Erotikfilms.

GRAF PORNO UND SEINE MÄDCHEN
Regie: Günter Hendel
Deutschland 1969, ca. 85 Min., 35mm, FSK 18
Mit Doris Arden, Rinaldo Talamonti, Marianne Manthey, Ellen Umlauf u.a.

Der Ingolstädter Bauernsohn Alois Brummer wandte sich dem elterlichen Betrieb ab und gründete zuerst eine Spedition. Zufällig kam er in den Besitz zweier Filmtheater und entdeckte seine Faszination und sein Talent für’s ‚Business‘. Er begann Erotikfilme zu verleihen und ab 1968 auch zu produzieren. Bald saß er auch auf dem Regiestuhl und nach der Legalisierung von Pornographie in Deutschland stieg er auch in dieses Geschäft ein. Brummer wurde zu einer Legende des deutschen Films.
Den Grundstein zu seinem cinematographischen Fleischimperium legte er mit der Produktion von GRAF PORNO UND SEINE TÖCHTER, von dem damals natürlich noch nicht klar war, dass er der erste Teil einer unglaublich erfolgreichen Serie werden und das Gesicht (und andere Körperteile) der deutschen Filmlandschaft nachhaltig revolutionieren sollte.
Brummers Mitbewerber zu Beginn der deutschen Sexfilmproduktion motivierten ihre Fleischbeschau durch (pseudo-)dokumentarisches Gebahren, das Genre bestand fast ausschließlich aus sogenannten „Aufklärungsfilmen“. Brummer hingegen war ein Pionier der Herangehensweise, Sex mit komödiantischen Elementen zu verbinden und schuf mit GRAF PORNO den ersten Hit dieser Sparte. Der Film zündete übrigens nicht nur Alois Brummers kometenhafte Karriere, auch für einen Akteur vor der Kamera brachen goldene Zeiten an: GRAF PORNO war auch das Debut von Rinaldo Talamonti, umjubelter Stargast des letzten „Besonders Wertlos“ Festivals! Wir zeigen den Klassiker der deutschen Sexkomödie in unserer Freitagsspätschiene. Kommt alle. Hihi…

Freitag, 04. März – 22.15 Uhr

SHOCKING ASIA

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Regie: Rolf Olsen (als Emerson Fox)
Deutschland 1975, ca. 94 Min., 35mm, FSK 18

Rolf Olsen macht Urlaub und keine Gefangenen. Legendärer Mondofilm, der seinem Titel mehr als gerecht wird – Midnight Special nur für Hartgesottene.

The one and only Rolf Olsen ist ja ein gern gesehener Gast bei „Besonders Wertlos“. Er bescherte uns die schönsten St.-Pauli-Ausflüge. Mit den grausamen Puppen ging’s auf die Reeperbahn nachts um halb eins und an einem blutigen Freitag ballerte er uns mit Hemmungen: null und Rücksicht: null den Krautploitation-Kracher schlechthin um die Augen und Ohren!
Aber außerdem war er auch einer der Pioniere der sog. Mockumentary, zu einer Zeit als es diesen Begriff noch gar nicht gab (böse Zungen behaupten hingegen er sei ein paar Jahre zu spät auf den Mondo-Zug aufgesprungen, aber das ignorieren wir hier mal geflissentlich…). In SHOCKING ASIA begibt sich Olsen unter dem Pseudonym Emerson Fox auf die Reise nach Asien, um uns so einige krude kulturelle Eigenheiten dieses Kontinents aufzutischen. Es gibt eine farbenfrohe Mischung zu sehen, bestehend aus religiösen Ritualen, kulinarischen Spezialitäten mit Ekelfaktor (das ‚Dschungelcamp‘ lässt grüßen), allerlei Buntes aus dem Reich der Sexualität bis hin zu einer hochinteressanten Geschlechtsumwandlungsoperation einer/s Transgender. Das alles steht natürlich im Zeichen der Informationspflicht und dient nicht der puren Sensationsgeilheit! Wer was anderes denkt ist ein Schelmchen… oder ein regelmäßiger „Besonders Wertlos“ Festival-Besucher…

Freitag, 04. März – 00.00 Uhr

DER PFARRER VON ST. PAULI

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Regie: Rolf Olsen
Deutschland 1970, ca. 103 Min., 35mm, FSK 16
Mit
Curd Jürgens, Heinz Reincke, Dieter Borsche, Corny Collins, Helga Feddersen u.a.

Unter der Regie von Rolf Olsen räumt Curd Jürgens im Talar Hamburgs sündigste Meile auf.

U-Boot-Kapitän Konrad Johannsen tauscht nach dem Krieg die Uniform der Marine gegen eine Soutane, und kümmert sich fortan handfest um die verirrten Schäfchen auf der „sündigsten Meile der Welt“. Wieder einmal läßt es das Dreamteam Rolf Olsen/Curd Jürgens so RICHTIG krachen. Was deutsches Genrekino angeht, kämpft Rolf Olsen in der ersten Liga mit. Kein Wunder, dass wir nach der Sichtung eines Olsenfilms damals überhaupt erst auf die Idee kamen, dieses Filmfestival zu gründen. Rasante Action, Charakterfressen, schmissige Drehbücher, lockere Sprüche – das deutsche Kino war selten unterhaltsamer.
Nach WENN ES NACHT WIRD AUF DER REEPERBAHN, DAS STUNDENHOTEL VON ST. PAULI, DER ARZT VON ST. PAULI, AUF DER REEPERBAHN NACHTS UM HALB EINS haben wir nun leider fast alle Filme aus Olsens „Reeperbahn-Zyklus“ durch. Bleibt für’s nächste Festival eigentlich nur noch KÄPT’N RAUHBEIN AUS ST. PAULI. Aber egal. Fangen wir halt beim zwanzigsten Festival wieder von vorne an. Wer sich beschwert, fliegt raus.

Samstag, 05. März – 17.00 Uhr

Film-Abend mit Dennis Klose und Daniel Flügger

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Zu Gast: Daniel Flügger und Dennis Klosekloseflüger_IMG_3285

Die Bremer Low Budget-Underground Filmemacher Dennis Klose und Daniel Flügger präsentieren die explosivsten Homemade Handgranaten aus ihrem gewaltigen Werk!

Ein paar bewaffnete Gangster stehen in der Gegend herum. Die Vögel zwitschern. Plötzlich heult ein Motor auf und vom Himmel fällt ein brennendes Auto. Der Fahrer klettert hinaus, schießt die beiden Typen und noch ein paar weitere nieder und springt im letzten Moment zur Seite, als ein weiteres Auto heranrast und in das vorherige kracht. „Na, das geht ja gut los…“ knurrt der schnauzbärtige Recke und ballert grimmig weiter. Und das sind tatsächlich nur die ersten paar Sekunden von Daniel Flüggers FIREPROOF AGENT.
Die deutsche Homemadefilm-Szene ist bekannt für Horror in jeder Geschmacksrichtung und Comedy-Granaten à la OPERATION DANCE SENSATION. Zwei Action-Fans aber, die BAD BOYS und THE ROCK zu den erklärten Vorbildern zählen und sich wie kaum sonst jemand in der Szene auf die saubere und rasante Inszenierung von Schießereien und Martial Arts verstehen, die darüber hinaus auch vor Stunts der herberen Sorte nicht zurückschrecken und das alles mit staubtrockenem Nordlicht-Humor verpacken – die hatte niemand auf dem Zettel, als vor ungefähr zehn Jahren plötzlich Kurzfilme mit haarsträubenden Titeln wie KING FU – NINJA COMMANDO im Netz auftauchten.
Ganz aus dem Nichts sind Daniel Flügger und Dennis Klose nicht gekommen. Unter dem Namen Newsman-Team drehen die beiden Bremer seit Teenager-Tagen Kurz- und manchmal auch Langfilme mit beeindruckender inszenatorischer Wucht und technischer Kompetenz, in der Regel mit Klose als Stuntman, der seinem Körper mit stoischer Ruhe Furchtbares zumutet, und mit Flügger als Maestro hinter der Kamera, der diese halsbrecherischen Nummern in extrem stylishe Filmbilder übersetzt. Meistens wirkt das wie aus einer anderen, einer besseren Welt, in der Steven Seagal und Michael Bay als grundsympathisches Comedy-Duo unterwegs sind.
Daniel Flügger war bereits vor sieben Jahren unser Festivalgast, diesmal freuen wir uns, ihn zusammen mit Dennis Klose begrüßen zu dürfen. Gemeinsam präsentieren die beiden einen Querschnitt ihres Schaffens und stehen im Anschluss zu einem Publikumsgespräch zur Verfügung.

Samstag, 05. März – 19.00 Uhr

BRENNENDE LANGEWEILE

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Regie: Wolfgang Büld
Deutschland 1979, ca. 85 Min., 16mm, FSK 18

Zu Gast: Regisseur Wolfgang Büld

Legendäres Dokudrama über die Fans und die erste Deutschlandtour der Punkband „The Adverts“ 1978, präsentiert von Regisseur Wolfgang Büld.

Peter und Karin sind zwei bored teenagers aus dem Sauerland. Lediglich der Besuch von Konzerten in nahegelegenen Städten bringt ein wenig Abwechslung in ihr Leben. Einen Höhepunkt dabei verspricht die erste Deutschlandtournee der „Adverts“ zu werden, einer britischen Punkband der ersten Stunde, und diese Tour wird die Gruppe gleich mehrfach in die Umgebung des Sauerlands führen. Die beiden machen sich auf, die Helden Peters live zu erleben, und bekommen mehr, als sie erwartet haben – sie laufen den Punks leibhaftig über den Weg. Es kommt zu Verwicklungen…
BORED TEENAGERS – so der Untertitel des Films, einem Song der Adverts entlehnt – ist der erste Spielfilm Wolfgang Bülds, welcher sich bereits 1977 mit seiner Dokumentation PUNK IN LONDON, der bereits bei „Besonders Wertlos“ auf der Leinwand war, mit dem aufkommenden Punkphänomen beschäftigte. Büld begleitete die „Adverts“ zu drei Konzerten ihrer ersten Deutschlandtournee, und ließ sie dabei mit seinen überzeugenden Laiendarstellern interagieren. Die von Ian Moorse und Monika Greser verkörperten gelangweilten Sauerländer gehören zwar vom Habitus her nicht der Punkbewegung an, trotzdem gelingt es ihnen, deren Spirit realistisch zu verkörpern. BRENNENDE LANGEWEILE ist das faszinierende Dokument einer damals in Deutschland gerade aufkeimenden Subkultur. Der Film funktioniert auch hervorragend als Zeitmaschine, und das gerade hier in Köln, fand doch eines der von Büld mitreissend dokumentierten Konzerte um die Ecke im Kölner Stollwerck statt.
Regisseur und Zeitzeuge Wolfgang Büld ist aus seiner Wahlheimat London zu Gast, und wir begrüßen ihn herzlich zu einem Gespräch mit unserem Publikum!

Samstag, 05. März – 21.15 Uhr

 

Live Konzert THE OKAY-MEN

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Das traditionelle „Besonders Wertlos“ Festival Live Konzert im Foyer des Filmhauskino. Diesmal lassen es THE OKAY-MEN mit ihrem High Speed Moped Surf so richtig KRACHEN!! It´s got to be Okay, Men…

okaymen.de

The Okay-Men Live Clip !

facebook

Drei Mann, drei Wort: Original Moped Surf
Surf von der Strasse, für die Strasse!

Samstag, 05. März – ca. 23:00 Uhr

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VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM

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Regie: Dominik Graf, Johannes F. SievertVerfluchte Liebe Deutscher Film
Deutschland 2014-2016, ca. 90 Min., HD

Zu Gast: Co-Regisseur und Produzent Johannes F. Sieverts, Doku-Protagonisten Wolfgang Büld und Rainer Knepperges

Dominik Grafs und Johannes F. Sieverts Dokumentation über das unterschlagene deutsche Kino – der Film zum Festival! Wir freuen uns außerordentlich, VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM direkt nach der Uraufführung auf der Berlinale bei „Besonders Wertlos“ präsentieren zu können.
Im Anschluß gibt es ein Panel mit den Regisseuren Johannes Sievert, Rainer Knepperges und Wolfgang Büld.

„Mit dem abendfüllenden Dokumentarfilm VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM begeben wir uns gemeinsam mit dem Regisseur Dominik Graf auf eine Reise zu den Nachtschattengewächsen der deutschen Filmgeschichte. Die Dokumentation beleuchtet einen vergessenen Teil unserer Filmkultur – Filme, die neben dem offiziellen, seriösen, exportfähigen Output einen ungewohnten Ton anschlagen und einen seltsam anderen Blick auf unser Land, in unsere Seele und unser Unbewusstes werfen. Wie konnte es dazu kommen, dass eine Seite der deutschen Filmtradition so schnell verloren gegeben wurde? Fritz Lang, Friedrich Wilhelm Murnau, Max Ophüls… VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM handelt von der Suche nach Heimat: im filmischen, philosophischen, gesellschaftlichen-soziologischen Sinn. Heimat ist das unterliegende Thema, das all die Filme durchdringt, das Verhandeln von Vergangenheit und Gegenwart, das grundlegende menschliche Bedürfnis nach Erdung. Anhand von Filmausschnitten verfolgen wir die Spuren zurück: von den Anfängen in der Stummfilmzeit über die Filme des 3. Reichs, den Heimatfilmen der 50er Jahre bis zu zeitgenössischen Interpretationen von Heimat. Eine Reise durch die Subkultur des deutschen Films, in der wahre Schätze verborgen liegen. Leidenschaftlich, poetisch und besessen von Entdeckerfreude lässt uns Graf teilhaben an seiner Begeisterung, Faszination und Liebe für diese Filme. Und eröffnet den Zuschauern einen kenntnisreichen Blick in die unterirdischen Mahlströme des deutschen Films – wie ihn nur ein Film-Süchtiger haben kann. Kurz gesagt eine umfassende Dokumentation über einige der fruchtbarsten und gleichzeitig unbekanntesten Filme unseres Landes. VERFLUCHTE LIEBE DEUTSCHER FILM ist die Geschichte einer Liebe, der Liebe zum deutschen Film.“ Augustinfilm

Vorfilm: TOUR EIFEL
Regie: Rainer Knepperges, Christian Mrasek
Deutschland 2000, ca. 10 Min., 35mm
„Die Kölner Gruppe präsentiert“ heißt es im Vorspann zu dem Ensemblefilm TOUR EIFEL. Eine 10minütige Gesprächsrunde – an beschaulichem Ort, im Garten vor einem Haus in der ländlichen Idylle der Eifel. Ein Herzstück der Kölner Gruppe!

Sonntag, 06. März – 15.00 Uhr

GIB GAS – ICH WILL SPASS

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Regie: Wolfgang Büld
Deutschland 1983, ca. 90 Min., 35mm, FSK 6
Mit Nena, Markus Mörl, Enny Gerber, Karl Dall u.a.

Zu Gast: Regisseur Wolfgang Büld

Nena, Markus und Extrabreit surfen auf der Neuen Deutschen Welle durch die Bundesrepublik der frühen 80er – präsentiert von Regisseur Wolfgang Büld.

Nach den Dokumentationen PUNK IN LONDON, REGGAE IN BABYLON, BRITISH ROCK, WOMAN IN ROCK und dem Spielfilm BRENNENDE LANGEWEILE galt Wolfgang Büld zu Beginn der Achtziger Jahre als der Spezialist für Musik und Jugendkultur, weshalb er als Regisseur und Co-Autor des ersten großen Spielfilm-Dokuments der 1983 virulenten „Neuen Deutschen Welle“ verpflichtet wurde. Er hatte es sich vorgenommen, das erfolgreiche Genre des Schlagerfilms, der 1983 ausgestorben war, wiederzubeleben, und mit neuen Akzenten zu versehen. Die NDW, ein extrem breitenwirksames Phänomen, was schnell den subkulturellen Wurzeln entwachsen war und mit Musik und Mode über den deutschen Schallplattenmarkt, die Radiosender, die Printmedien und auch das Modedesign hereinbrach, bot ihm dazu die Möglichkeit. Und so toben Markus und Nena, die Flagschiffe der im Mainstream angekommenen Musikrichtung, unterstützt von ihren Kollegen von Extrabreit und Karl Dall durch eine knallbunte Frühachtziger Republik, dass es nur so eine Wonne ist. Cutter des Streifens war übrigens Peter Fratzscher, dessen ASPHALTNACHT am Donnerstag unseres Festivals zu sehen ist.
Wolfgang Büld wird seinen Klassiker des deutschen Musikfilms selbst präsentieren!

Sonntag, 06. März – 17.30 Uhr

DER VIDEOPIRAT

Standard

Regie: Harald Alexander
Deutschland 1985, ca. 95 Min., 35mm, FSK 16

Zu Gast: Dennis Kortmann (Videoklub K)

Ein Trip auf die dunkle Seite der goldenen Videoära. Die Zeitreise wird fachgerecht geführt von Dennis Kortmann vom Videoklub K.

„Ahoi Freunde! Hier haben wir eine vergessene Perle aus dem Jahre 1985 für Euch ausgebuddelt, welche damals neben dem pornösen MACHO MAN an den Kinokassen leider etwas unterging. Ein Grund mehr, dieses eher unbekannte Schätzchen 30 Jahre später noch einmal auf die große Kinoleinwand zu bringen, um seinen längst überflüssigen Bildungsauftrag nun endlich zu erfüllen. Worum geht es? Der Durchschnittstyp Robert Falk versucht den Mördern seines Bruders Alex auf die Spur kommen, der vor seinem Tode in dubiose Videopiraterie-Geschäfte mit Obergauner Helmut Hutmacher verwickelt war. Dieser ist gerade dabei, den aktutellen ‚Rambo 2‘ (!) als neuen Raubkopier-Hit groß herauszubringen, um sein Drogengeschäft weiter voran zu treiben. Nur hat er die Rechnung ohne Robert Falk gemacht, der mit allen Mitteln versucht, dem VHS-Kartell das Handwerk zu legen. DER VIDEOPIRAT ist solide, deutsche Hausmannskost mit stets bemühten Schauspielern, einem oscarreifen Drehbuch und einem Exploitationfaktor, der sich zwischen ‚Polizeiruf 110‘ und der ‚Schwarzwaldklinik‘ bewegt. Schnauzbart-Vollproleten, die Unruhe in Düsseldorfer Videotheken stiften, bewaffnete Kneipengänger, dramatische Szenen im Männerknast und ein cooler Synthie-Soundtrack machen diesen Film zu einem wichtigen Bestandteil des Festival-Programmes. Prädikat: Besonders wertlos, aber gut. Kommet zuhauf und vergesst nicht  wir zeigen hier ein 35mm Original und keine Raubkopie!“ Dennis Kortmann, Videoklub K

Sonntag, 06. März – 19.30 Uhr

IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE

Standard

Regie: Harald Reinl
Deutschland/Frankreich/Italien 1961, ca. 89 Min., 35mm, FSK 16
Mit Gert Fröbe, Lex Barker, Daliah Lavi, Wolfgang Preiss u.a.

Der Schriftsteller Norbert Jacques schuf die Figur des Doktor Mabuse 1921 für seinen Roman „Dr. Mabuse, der Spieler“. Die Titelfigur war ein Mann, der von einer freien Welt ohne Korruption träumte, einem Gegenentwurf zur Weimarer Republik, dem Herzstück eines Europas, welches Jacques als bis auf den Kern verottetes Reich in der Hand von Großkapitalisten sah, die auf den Trümmern des vom Weltkrieg zerrütteten Kontinents ihr fauliges Reich errichteten. Der Ur-Mabuse bediente sich zwar auch schon der verbrecherischen Methoden seiner Nachfolger, doch war er eher ein Superheld als ein Krimineller, welcher einer humanitären Utopie verpflichtet war.
Dieser Eigenschaften wurde die Figur durch die zahlreichen Verfilmungen seit 1922 immer weiter entkleidet, bis er sich schließlich zu einem megalomanischen Meisterverbrecher gewandelt hatte, dem jedes Mittel recht ist, seine ebenso größenwahnsinnigen wie perfiden Pläne in die Tat umzusetzen. Dr. Mabuse wurde zu einer Apotheose des Superschurken der Pop- und Pulpkultur, und treibt seit einem guten Jahrhundert sein Unwesen in Romanen, Comics, Filmen, Hörspielen und auch auf der ein oder anderen Hitsingle.
Den absoluten Höhepunkt dieser Entwicklung stellt Atze Brauners Produktion IM STAHLNETZ DES DOKTOR MABUSE dar, unter der Regie von Harald Reinl, in dem neben Gert Fröbe, Lex Barker und Daliah Lavi auch der großartige Ady Berber spielt. Der Film ist deutsches Genrekino auf seinem höchsten Niveau, ein Meilenstein des Kriminalfilms und absolut würdiger Abschluß unseres Festivals. Wir freuen uns!

Sonntag, 06. März – 21.30 Uhr