DER FELSEN

Standard

Filme von Dominik Graf #6

Regie: Dominik Graf
Deutschland 2002, ca. 122 Min., 35mm, FSK 16.

„Der ‚Frauenurlaubskrisenfilm‘ DER FELSEN, Grafs erster Kinospielfilm nach DIE SIEGER, in dem er die von Karoline Eichhorn gespielte Katrin ‚in diese Mischung aus Natur und Ballermannstimmung‘ (Graf) auf Korsika entließ, war ein Experiment, in dem eine digitale Touristenkamera mit einer teils artifiziellen Tonspur gekoppelt wurde. Der Film kam daher als ‚eine Art Ferienvideo mit Orchesterbegleitung und einem bereits eingesprochenen Audiokommentar‘ (Graf), war ein kinematografischer Zwitter, der auf der Berlinale, wo er im Wettbewerb lief, seine Gespaltenheit auf Publikum und Kritik übertrug. ‚Die Heftigkeit der Aggression, die uns entgegenschlug, hat mich überrascht‘, gestand Graf mit etwas Abstand im Jahr 2002. Den weitschweifigen, vielstimmigen und allwissenden Off-Kommentar hatte Graf genauso aus MÜNCHEN – GEHEIMNISSE EINER STADT übernommen wie die an Chris Markers LA JETÉE erinnernde Fotofilmtechnik sowie die Erzählmethode, einzelne Objekte zu verfolgen, um die Geschichten ihrer wechselnden Besitzer kennenzulernen. Dafür digitale Videotechnik zu verwenden ohne alle Dogma-Kriterien einzuhalten, erwies sich als hochexplosive Mischung, deren Zustandekommen sich kurzfristig ergeben hatte, als drei Wochen vor Drehbeginn klar geworden war, dass das Budget die Arbeit mit Filmmaterial nicht zulassen würde. Man hat fast den Eindruck, das sei Graf sogar gelegen gekommen: ‚Wir hatten schon bei DER SKORPION unser Drehteam auf einen Rumpf von knapp zehn Leuten reduziert. DER FELSEN war dahin gehend die konsequente Weiterführung. Und die Arbeit mit DV war wirklich ein Akt der Befreiung‘ (Graf).“ Zeughauskino

Mittwoch, 27. Januar – 21 Uhr