DIE GELIEBTEN SCHWESTERN

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geliebten schwestern (poster dt)Filme von Dominik Graf #3

Regie: Dominik Graf
Deutschland, Österreich, Schweiz 2014, ca. 171 Min., DCP, FSK 6.

Wir zeigen DIE GELIEBTEN SCHWESTERN in der 171 minütigen-Festivalfassung!

Die Schwestern Caroline von Beulwitz und Charlotte von Lengefeld sind ein Herz und eine Seele – selbst dann noch, als sich beide im Sommer 1788 unsterblich in denselben Mann verlieben, den Schriftsteller Friedrich Schiller. Caroline ist unglücklich verheiratet und sieht in Schiller endlich die ersehnte Liebe, die sie so dringend braucht. Die schüchterne Charlotte hingegen träumt schon lange von einem Gatten. Es beginnt eine Ménage à trois, ein heiter-frivoles Dreiecksverhältnis…

DIE GELIEBTEN SCHWESTERN ist allein schon deshalb ein Meisterwerk, weil Dominik Graf die Geschichte dieser Liebe mit dem Willen erzählt, sich den Serpentinenwegen dieses Gefühlswirrwarrs anzuvertrauen: mit einer Faszination für die Lebensgewohnheiten, den Klang und die Oberflächen jener Epoche und einer am internationalen Kino der 70er Jahre geschulten Modernität. Aber es geht ja noch um mehr: nämlich um die Weimarer Klassik und die Geburt eines emanzipierten Bürgertums.
Die Lengefelds, Schiller und ihr Umfeld leben im Bewusstsein einer Zeitenwende: Ihre Träume von einem sozialen Miteinander, bei dem Gefühle (und Sex) nicht als prinzipiell getrennt vom Gesellschaftsalltag gedacht werden, sondern als etwas Unteilbares, spiegeln die Revolutionsideale wieder, welche sich bald in Frankreich blutig Bahn brechen werden. Das verunsichert die Protagonisten, lässt sie das Projekt Weltumbruch auf die nächste Generation verschieben. Graf versteht diese inneren und äußeren Bewegungen, dieses Begehren und Zaudern, Rasen und Verzagen nur zu gut. Er weiß, dass es genau jenes Stürmen und Drängen manchmal braucht, damit sich die Dinge verändern. Angesichts der Selbstzufriedenheit, Prüderie und Lethargie der Gegenwart wirkt DIE GELIEBTEN SCHWESTERN in seiner heiteren Pracht und lebensweisen Herrlichkeit wie eine Flaschenpost aus einem erstrebenswerten Morgen.“ Stadtrevue 08/2014

Sonntag, 27. Dezember – 13 Uhr