DIE SIEGER und DIE CHORKNABEN

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Filme von Dominik Graf #1

Zum Auftakt unserer Dominik Graf Filmreihe zeigen wir ein feistes Double Feature: Graf vs. Aldrich !

sieger (poster dt)DIE SIEGER
Regie: Dominik Graf
Deutschland 1994, ca. 137 Min., 35mm, FSK 16.

Der Düsseldorfer Polizeihauptmeister Karl Simon gehört einem Spezialeinsatzkommando an. Bei einer Auseinandersetzung mit Ganoven flieht einer der Männer. Simon glaubt, seinen Freund Heinz Schaefer wiedererkannt zu haben. Der ehemalige SEK-Kollege hatte vier Jahre zuvor in einer Kurzschlußreaktion sein geistig behindertes Kind getötet und danach angeblich Selbstmord begangen. Simon hat einen schrecklichen Verdacht: Er glaubt, daß Schaefer noch lebt und als V-Mann mit falscher Identität für die Behörden arbeitet. Bei seinen Recherchen kommt er einem Komplott auf die Spur…

„Das Meisterwerk manqué, dem es nicht vergönnt war, jenes Zentralmassiv des internationalen Kinos der 1990er zu werden, als das es sich hätte erweisen können. Es kam zu früh oder zu spät, vielleicht, realiter aber dann doch zur rechten Zeit, wie zuvor schon DIE KATZE, mit dem er auffallend viel gemeinsam hat in seinen Motiven. Wenn DIE KATZE sich gut als letzter Film der Bonner Republik lesen läßt, dann ist DIE SIEGER eine erste Zwischenbilanz dieses neuen Bundesdeutschlands.“ Olaf Möller

„Oft wird DIE SIEGER als deutscher Actionfilm verkauft, dabei steht er eher in der Tradition der Polizeifilme von Lumet und den Mafiafilmen von Damiani. Selten hat Grafs visueller Stil so gut zu einem Sujet gepasst, die unruhigen Kamerafahrten, die hektischen Zooms auf die Figuren, als ob er nach ihnen greifen, ihre Undurchsichtigkeit erfassen wollte. Genre heißt hier im Gegensatz zu vielen deutschen Filmen der 90er auch nicht der Wunsch möglichst amerikanisch auszusehen. Materiell ist der Film tief in der Bundesrepublik verhaftet: den Autobahnen und Raststätten, dem ICE und den Einkaufsmeilen, den Düsseldorfer Reihensiedlungen und den Vorstadtvillen. Hinter dieser materiellen Gegenwart lauern unterirdisch die Gespenster der Vergangenheit, der Terrorismus und sein politischer Mißbrauch.“ Alexander Pfaehler, Eskalierende Träume

Freitag, 04. Dezember – 21 Uhr

 

choirboys (poster us)DIE CHORKNABEN
Regie: Robert Aldrich
OT: The Choirboys, USA 1977, ca. 120 Min., 35mm, FSK 18.

„Einige Tage im Leben und Dienst von Polizisten des US-Staates Kalifornien, die durch die tägliche Konfrontation mit dem Verbrechen so abgestumpft sind, daß sie der Umwelt autoritär, selbstherrlich und zynisch-brutal begegnen. Nach dem Roman eines ehemaligen Polizisten inszeniertes Sittenbild der amerikanischen Gesellschaft, von Hollywood-Veteran Aldrich mit viel Sinn für makabre Schaueffekte und kinowirksame Pointen augenzwinkernd präsentiert.“ Lexikon des internationalen Films

„Robert Aldrich war immer Vertreter eines harten und kompromisslosen Kommerzkinos, bei dem es seiner Meinung nach ’nur darum geht, eine gute Geschichte mit spannenden Charakteren aufregend zu erzählen‘. Das ist allerdings typisches Profi-Understatement. Denn Aldrich erzählte seine Geschichten, wenn er gut drauf war, auf grandios direkte und denoch tiefenwirksame, auf bös-sarkastische ebenso wie auf lakonische Weise, auf manchmal epische Art und denoch eingefleischt pragmatisch und ökonomisch. Sein Lieblingsthema definierte er mit der klassischen Plot-Linie: ‚Geschlagene Männer, die ihre Selbstachtung wieder zurückgewinnen.‘ “ Dominik Graf

Freitag, 04. Dezember – ca. 23:30 Uhr