WAHL DER WAFFEN

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Wahl der Waffen-Poster01Filmreihe Série Noire

am Di, 23. Februar – 21.00 Uhr

WAHL DER WAFFEN
Regie: Alain Corneau
F 1981, Spielfilm
, 135 Min., DVD, FSK 16, DF.
OT: Le Choix des armes
mit Yves Montand, Gérard Depardieu, Catherine Deneuve

Alain Corneau inszenierte eine fatalistische Gangsterballade. Und lässt Gérard Depardieu haltlos zwischen Furor und Empfindsamkeit pendeln. Sein irrer Blick, seine Unberechenbarkeit, das plötzliche Ausrasten: der junge Gérard Depardieu als Hitzkopf-Gangster Mickey in Alain Corneaus „Wahl der Waffen”. Der großartig schrille Moment, in dem gleich zu Beginn Mickeys „Verrücktheit“ offenbar wird. Zusammen mit einem älteren Kumpel gelingt ihm die Flucht aus dem Gefängnis, er springt in das Auto, das ein Freund ihm bereitgestellt hat, und rast, verfolgt von einem Polizeiwagen, davon. Als Gegenpart der altersmilde Yves Montand, der nochmal alle Register ziehen muss. Yves Montands Figur Noël hat längst mit seiner kriminellen Vergangenheit gebrochen und führt mit seiner Frau Nicole ein ruhiges Leben als anständiger Bürger. Zugleich entwickelt er ungewollt Sympathie für den jungen Gangster Mickey, der wie er aus einem lieblosen Elternhaus stammt und in einem heruntergekommenen Pariser Viertel aufgewachsen ist. Als die Polizei auf Mickeys Spur kommt, löst der ehrgeizige Inspektor Sarlat in seinem Übereifer einen Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt aus. Noël steht vor den Scherben seiner bürgerlichen Existenz. Er beschließt, Rache zu nehmen.

Bei Corneau wird die einfache Geschichte eines Kampfes zwischen zwei Generationen zu einem komplexem, präzise komponiertem Vixierspiel, das aus der Geschichte des französischen Gangsterfilms, der sozialen Realität und innerfilmischen Bezügen gewoben ist und dessen fein auskomponierten Breitwandbilder nach der großen Leinwand rufen. Auch der epische Gestus beim Erzählen verlangt nach einem dunklen Kinosaal. Die wortkargen Dialoge sind eine Hommage an Melville. So ausdrucksstark wird im Kino selten geschwiegen.
Umso beredter ist die Musik. Philippe Sarde, einem der damals angesagtesten französischen Komponisten, schrieb sie und die beiden Jazzbassisten Ron Carter und Buster Williams spielten mit.

.trailer

am Dienstag, 23. Februar – 21.00 Uhr